Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen liegen nun der LANDSCHAFTSAGENTUR PLUS vor.
Im Zeitraum Herbst 2007 bis zum Winter 2008 wurde auf ca. 25,0 ha bis dato intensiv landwirtschaftlich genutzter Flächen in der Lippeaue in Datteln-Ahsen eine Kompensationsmaßnahme durchgeführt. Nach ökologischen Untersuchungen durch das Ing.- und Planungsbüro LANGE GbR in Moers im letzten Jahr liegen nun erste Monitoringergebnisse für diese Maßnahmen vor, die dazu dienen, die Zielerfüllung zu kontrollieren.
Hier einige interessante Aspekte: Avifaunistisch konnte auf der Weidefläche eine zielkonforme Entwicklung festgestellt werden, da das Artenspektrum bereits den Erwartungswerten auf Weideflächen entspricht. Mit dem Feldschwirl und Sumpfrohrsänger sind zwei Leitarten auf den Flächen vorhanden. Die durch die Uferentfesselung entstandene Dynamik im Bereich der Prall- und Gleithänge bietet einer individuenreichen Uferschwalbenkolonie Lebensraum.
Ein hohes Landschaftsbildniveau wird durch die entfesselte Lippe, die angelegten Flutmulden und vorhandenen Brachestadien auf den Flächen erreicht.
Das lokale Vorkommen der Goldrute, die als Neophyt und aufgrund einer dominanten Ausbreitungsstrategie unerwünscht auf den Flächen ist, wird in Zukunft kritisch beobachtet und es wird ggf. durch geeignete Maßnahmen gegengesteuert.
Die positive Entwicklung der Flutmulden wird durch dort wachsende und für Flutrasengesellschaften charakteristischen Arten, die in ihrer Zusammensetzung jetzt schon der Zielsetzung für 2013 entsprechen, belegt.
Die Neuansiedlung der Sumpf-Brenndolde (Cnidium dubium) auf der Fläche, die europaweit als gefährdet, deutschlandweit als stark gefährdet (Rote Liste Kategorie 2) gilt und in NRW eigentlich gar nicht vorkommt, kann als floristische Besonderheit gedeutet werden.